Im Heute glauben – Dialogabende in unserer Pfarrei

Foto: himberry / photocase.com

Der Gesprächskreis „Gott und die Welt“ hat sich im Laufe des vergangenen Jahres an acht Abenden mit aktuellen Fragen unseres Glaubens auseinandergesetzt. Die Abende waren durch intensive Gespräche gekennzeichnet. Wir haben auf viele Fragen keine fertigen Antworten gefunden, sondern verstehen unsere Gedanken als Anstoß, uns unseres Glaubens immer wieder neu, in der heutigen Zeit und in unserer Lebenssituation bewusst zu werden.

Viele Themen sind nicht neu. Wir sind aber der Meinung, dass sich unsere Kirche in einigen Bereichen bewegen muss. Dieser Aufbruch in der Kirche kann nur von unten kommen – also von uns Christinnen und Christen. Wir möchten einige Themen und Positionen vorstellen, mit denen wir uns auseinandergesetzt haben, damit sie nicht nur in unserem Kreis verbleiben.

 

Leitung in der Kirche und die Rolle der Frau

Frauen sollen in der Kirche den gleichen Stellenwert haben wie Männer. Damit verbunden ist nicht zuletzt auch die Zulassung zum Diakonat und zum Priesteramt.

Für Männer – wie dann auch für Frauen – sollte der Zölibat keine Pflicht, sondern eine freiwillige Entscheidung sein.

Die Leitung einer Pfarrei sollte nicht von der Weihe allein abhängig gemacht werden. Die Schwierigkeiten, die sich in der Pastoral dadurch ergeben, dass die Zahl der Pfarreien an der Zahl der Priester angelehnt wird, zeigen sich bereits jetzt – und sie werden sich mit dem weiteren Rückgang der Zahl der aktiven Priester zeitnah noch deutlich verschärfen. 

Ausgeschlossen oder eingeladen – wen laden wir ein und wen schließen wir aus?

Wir wünschen uns, dass unsere Gemeinde offen ist für „neue Gesichter“ und neue Ideen. Dies fällt uns nicht immer leicht, weil auch wir uns „wohlfühlen“ wollen – und uns entsprechend eingerichtet haben.

Eingeladen sind unserer Auffassung nach auch die wiederverheirateten Geschiedenen und die Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften leben. Wir mussten auch in unserem Kreis feststellen, wie tiefe persönliche Verletzungen bspw. die letzten Äußerungen unseres Papstes zur Teilnahme von wiederverheirateten Geschiedenen an der Eucharistie hinterlassen. Seien Sie in unserer Gemeinschaft herzlich willkommen!

Gestaltung der Liturgie

Es sollten Räume für veränderte liturgische Formen geschaffen werden, die bspw. auch junge Menschen ansprechen können. Erste positive Erfahrungen, bspw. mit Predigtgesprächen, sind ein Element, das die feiernde Gemeinde miteinander ins Gespräch bringen kann. In der Liturgie sollte es gelingen, Glaube und Alltag zu verbinden. Liturgie sollte beweglich, lebendig sein, damit sie ausstrahlen und die Menschen begeistern kann.

Auseinanderdriften gesellschaftlicher und kirchlicher Werte

Die Kirche und ihre Vertreter müssen selbst glaubwürdig die Werte leben, die sie festgeschrieben haben. Eine Offenheit für den Wertewandel ist dabei zwingend erforderlich.

Innerhalb der Kirche bedarf es darüber hinaus der Anerkennung von gesellschaftlich akzeptierten Werten. Gelebte Partnerschaft und der Umgang mit Sexualität wird bereits heute von vielen Christinnen und Christen nicht mehr an der offiziellen Lehrmeinung der Kirche ausgerichtet. Die Lehrmeinung der Kirche bedarf einer kontinuierlichen Auseinandersetzung und ggf. einer Revision von der Praxis der Gläubigen her. Ansonsten droht ein weiterer Akzeptanz- und Realitätsverlust der Kirche.

Ängste oder Hoffnungen – Wie sehen wir unsere Kirche im Jahr 2030

Ängste und Hoffnungen sind für unseren Kreis nicht zuletzt mit der Perspektive der nachwachsenden Generation verbunden. Wir wünschen uns für unsere Jugendlichen Herausforderungen und konkrete Aufgaben, durch die sie in die Pfarrei eingebunden, wertgeschätzt und von ihr gefordert werden. Wie und wo können Kinder und Jugendliche heute ihren Glauben so leben, wie sie es möchten? Verhilft ihnen der Glaube dazu, ein gutes und erfülltes Leben führen zu können? Es braucht einen Austausch, um mit Jugendlichen über ihre Wünsche und Erwartungen ins Gespräch zu kommen. Die offene, stadtteilbezogene Jugendarbeit sollte auf jeden Fall fortgeführt werden.

Wir möchten als Mitglieder der Kirche und als Glieder unserer Pfarrei die Kirche von morgen mitgestalten. Auch für uns soll sie eine lebenswerte Kirche sein. Wir müssen uns auf dem Weg in die Zukunft aber auch unserer Tradition wieder bewusst(er) werden.

Seelsorge muss wieder in den Mittelpunkt der Kirche treten – nicht die Verwaltung.

Mitbestimmung der Christinnen und Christen und mehr Autonomie der Bischofskonferenzen der Länder sollten regional/kulturell adäquate Entscheidungen ermöglichen, die der jeweiligen Lebenssituation der Menschen angemessen sind.

Die Gruppe hat ihre Gesprächsergebnisse auch an unseren Bischof geschickt. Wir wünschen uns, dass daraus konkrete Schritte erwachsen.

Sollten Sie Anmerkungen und Rückmeldungen haben, nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf oder kommen Sie zu einem unserer nächsten Gesprächsabende. Die Themen werden jeweils kurzfristig festgelegt, die Termine für das nächste Jahr stehen aber bereits fest:

  • Dienstag, 18.09.2012 im Regenbogen
  • Mittwoch, 24.10.2012 ind der Arche
  • Donnerstag, 29.11.2012 im Regenbogen
  • Montag, 14.01.2012 im Regenbogen
  • Dienstag, 19.02.2012 im Regenbogen
  • Mittwoch, 20.03.2012 in der Arche
  • Donnerstag, 25.04.2012 im Regenbogen
  • Montag, 27.05.2012 imRegenbogen
  • Dienstag, 25.06.2012 im Regenbogen

Sie sind herzlich eingeladen!

Für den Gesprächskreis „Gott und die Welt
Franz Gulde

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