Die Frau auf der Treppe

Foto: Lupo/pixelio.de

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Hedwig Rekers liest:

Bernhard Schlink: Die Frau auf der Treppe

Der Kunstmarkt ist in Bewegung: durch gekonnte Fälschungen, durch jahrelang verborgene  Sammlungen, durch astronomische Summen für einzelne Bilder…

Dazu passt, dass sich auch in der Literatur verschiedene  Romane mit Bildern beschäftigen, dass also quasi ein Bild die Hauptrolle spielt.

In dem Roman „Die Frau auf der Treppe“ steht auch das Gemälde einer Frau zunächst im Vordergrund. Im Verlauf der Erzählung aber ist es die Frau selbst, die mehr und mehr in den Blick gerät. Sie tritt sozusagen aus dem Bild heraus und wird lebendig.

Der Ich-Erzähler findet über das Bild zu der Person selbst. Dieser Findungsprozess dauert viele Jahre, erfordert weite Wege und ein Sich-Einlassen auf eine Peron, die dann doch noch einmal ganz anders ist, als das Bild, das von ihr gemalt wurde. Und in alldem findet der Erzähler – wie könnte es anders sein – auch zu sich selbst …

Besonders gut haben mir die Passagen gefallen, wo die Frau und der Mann (Ich-Erzähler) Geschichten erfinden und erzählen, wie es gewesen wäre, wenn sie sich vor Jahren oder als Kinder oder als Jugendliche da oder dort getroffen hätten: ein Spiel mit Phantasien, das helfen kann, die eigene Vergangenheit und das eigene Geworden-Sein etwas besser zu verstehen.

Hedwig Rekers

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