Entwidmung von St. Elisabeth

entwidmung

Herr, auf gestern schauen wir voller Dankbarkeit, auf die Gemeinschaft, auf die Gottesdienste, auf die Menschen, auf das uns hier Geschenkte.

Herr, auf heute schauen wir, wie wir vor dir stehen, mit unserem Ärger, mit unserem Unverständnis, unserer Traurigkeit, unserer Zukunftslosigkeit.

Herr, auf morgen schauen wir, mit unserer Hoffnung, mit unseren Wünschen, mit unserer Zuversicht, mit unseren Plänen

In einer sehr bewegenden Messe wurde am 24. April 2016 die Kirche St. Elisabeth entwidmet und damit wieder zu einem „ganz normalen“ Bauwerk erklärt. „Diese Kirche ist ab sofort nach kanonischem Recht kein heiliger Ort mehr“: diese deutlichen Worte aus dem Entwidmungsdekret führten trotz der vorangegangenen erläuternden Worte von Pfarrer Cremer über diesen rechtlichen Vorgang zu einer großen Stille und mancher Träne bei den zahlreichen Christen aus der gesamten Pfarre Christus unser Bruder. Viele Gläubige, darunter eine große Anzahl von „Ehemaligen“ aus St. Elisabeth, nahmen an der Entwidmungsmesse teil, die einen Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte und einen Ausblick auf das nun Kommende gab.

In Gebeten und Texten wurde den Menschen und den Gottesdiensten und Gebete in St. Elisabeth gedacht: den dort Getauften, Gefirmten, den Menschen, die dort geheiratet haben und den Menschen, deren Tod dort betrauert wurde. Den Menschen, die das Leben im Kirchengebäude mitgetragen haben. Besonders wurde auch an den früheren Pfarrer Heinz Baumann gedacht, der genau vor sechs Jahren verstarb.

Gegenstände, die bei der Gabenbereitung zum Altar gebracht wurden, machten deutlich: die Chronik von St. Elisabeth ist weiterhin Bestandteil der Pfarrei Christus unser Bruder, die Hostienschale wird ab dem folgenden Samstag in den jetzt in St. Martin verlegten Vorabendmessen genutzt. In der katholischen Grundschule Passstraße werden weiterhin regelmäßig Gottesdienste gefeiert, was im Zeichen eines Liederbuches deutlich wurde. Die Osterkerze dieses Jahres wird künftig immer im Kindergarten St. Elisabeth stehen und dort leuchten als Zeichen für Jesus Christus und auch auf die Lichter hinweisen, die Kinder in dieser Welt sind.

In Erinnerung an die Heilige Elisabeth und ihr bekanntes Wunder verteilten Kinder des Kindergartens nach der Verlesung der Entwidmungsurkunde Rosen an die Besucher, die voller Anteilnahme, aber auch durchaus mit Hoffnung auf ein „anderes“ Gemeindeleben durch neue Projekte die Messe miterlebten. Voraussichtlich im Sommer wird das „Hotel Total“ in der Kirche unter Einbindung von Langzeitarbeitslosen und Flüchtlingen den Betrieb aufnehmen; dies mit dem sozialen Gedanken, dabei zu einem Treffpunkt und kulturellem Veranstaltungsort im Viertel zu werden. Am Ende soll es ein Kultur- und Gemeinschaftsraum werden mit dem Ziel, Menschen etwas näher zusammenzubringen. Zeichenhaft wurde diese Zukunft durch einen Holzbalken deutlich, der ebenfalls zum Altar gebracht wurde.

Guter Gott, du hast uns mit deiner Nähe viele Jahre lang reich beschenkt. Du hast uns deinen Reichtum spüren lassen. Wir bitten dich: Hilf, dass wir auch in Zukunft zusammenbleiben, dass wir neue Orte finden, an denen wir dein Wort hören, miteinander unser Leben teilen und deine Nähe neu zu spüren.

 

Fotos: Till Braun

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