„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“

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„Ich wünsche Dir, dass Dich das Feuer des Heiligen Geistes täglich neu mit Mut und Lebenslust, mit Kraft und Phantasie entzündet, dass Du aus einer unerschöpflichen Lebendigkeit heraus Deine Träume verwirklichen kannst, um ganz Du selbst zu sein, und dass sich Dein Leben darin sinnstiftend erfüllt.“

So lautet ein Text von Christa Spilling‐Nöker.

Ist das ein Glückwunsch, jemandem den Heiligen Geist zu wünschen?

Wer hat ihn schon gern in seiner Nähe?! Der Heilige Geist ist bei uns schlecht dran. Einerseits kennen wir ihn nicht – andererseits haben wir Angst vor ihm. Wir haben das Gespür für Gottes Geist in der Welt verloren, weil wir ihn mit dem Etikett „Heilig“ versehen haben: Damit gehört er in die Kirche – und stört uns nicht weiter.

Wenn wir sagen, der Heilige Geist sei der Geist des Friedens und der Freiheit, des Lebens, der Hoffnung und der Freude, der Phantasie und der Kraft, der Lebenslust und des Mutes – dann müssten eigentlich alle Menschen nichts mehr tun als diesen Geist herbeizusehnen. Aber die-ser Geist schenkt seine Gaben, wie und wo ER will – und nicht, wie wir wollen. Darum haben wir Angst. Denn wir wollen in unserer Lebensrechnung keine Unbekannten, wir wollen klare, überschaubare Posten, die wir dann zu unserer Lebenssumme zusammenzählen können. Nur keine Experimente. Die bringen unsern Alltag durcheinander.

Wir können den Heiligen Geist nur gebrauchen, wenn er theoretisch bleibt: im Katechismus, im Religionsbuch und auch beim Kreuz‐Zeichen. Aber bitte nicht im Leben. Der Heilige Geist will uns aber mitreißen – auf Gott hin. Er lässt uns nicht in Ruhe. Er bewegt, er schreckt auf, er experimentiert, er verunsichert.

Die Kraft dieses lebendigen Geistes Gottes wünsche ich Ihnen und mir nicht nur an diesem Pfingstfest, sondern jeden Tag neu.

Ihr Pfarrer Pero Stanušić

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