Perspektivwechsel im November – Helles gegen das Dunkel setzen

Bild: sofiw/cc0 – gemeinfrei/pixabay.com

In den vergangenen Tagen des goldenen Oktobers, der mehr an Sommer als an Herbst erinnerte, hörte ich in meinem Umfeld immer mal wieder Bemerkungen zum kommenden November.

Viele Menschen fürchten diesen Monat gerade wegen seiner dunklen, grauen Tage, dem Regen, dem Nebel, den kahlen Bäumen und abgestorbenen Pflanzen; „so leblos“ hörte ich von einer Frau. Nur eine Kollegin fand positive Worte für den November: Es gäbe Zeit für gemütliche Teestunden und Zeit zum Lesen, weil man draußen nichts arbeiten kann und man nicht vor die Türe geht.

Dieser Monat November braucht einen Perspektivwechsel; in der Werbebranche würde man sagen, wir müssen das Image mal etwas aufpolieren.

Der November beginnt mit den beiden Gedenktagen Allerheiligen und Allerseelen. An Allerheiligen gedenken wir Christen der Menschen, die uns mit ihrem Leben im Glauben Vorbilder sind, Menschen, die für ihren Glauben gestorben sind. Allerseelen ist der Gedenktag für die Verstorbenen. Dazu kommt dann am 11.11. der Namenstag des hl. Martin von Tours.

Ich versuche mich einmal an einem Perspektivwechsel:
Das Wetter im November, wie auch in allen anderen Monaten, kann ich nicht ändern. Nach der langen Dürre des „Supersommers“ braucht die Natur dringend ausreichend Regen. Ohne den notwendigen Regen, gibt es kein Frühlingserwachen der Natur im Frühjahr. Daher freue ich mich über den Regen im November und denke dabei an die ersten Blüten der Schneeglöckchen im Februar.

Die Tage sind kurz, es wird früh dunkel. So habe ich mehr Zeit zum Lesen, einen guten Film im TV zu sehen, mich mit netten Menschen zum Kaffee/Tee zu treffen, es mir mit Kerzenlicht gemütlich zu machen.

Allerseelen: die Römer der Antike haben an dem Gedenktag der Toten die Katakomben mit gefüllten Körben voll mit Speisen und Wein aufgesucht und ihre Verstorbenen beim Festmahl mit einbezogen. Das gefällt mir. Meine Schwester und ich haben in den letzten Jahren am Grab unseres Opas lustige Geschichten aus unserer Kindheit erzählt, die wir mit ihm erlebt hatten. Dabei haben wir oft laut gelacht und manch ein Friedhofsbesucher schaute etwas pikiert zu uns hinüber. Trauer hat viele Gesichter und verändert sich mit der Zeit. Sich an schöne Begebenheiten mit unseren verstorbenen Angehörigen zu erinnern, macht hell und vertreibt die Schatten, die manche an diesem Tag fürchten.

Der heilige Martin schenkt uns mit seiner Geschichte vom geteilten Mantel ein Beispiel gelebter Nächstenliebe. Jemandem eine Freude machen, ein Lächeln schenken, Zeit haben für ein Gespräch, einen Spaziergang, gemeinsam etwas Kochen usw. bringt auf beiden Seiten Freude, dem Beschenkten und dem Gebenden: geteilte Freude ist doppelte Freude.

Wenn man sich auf einen Perspektivwechsel einlassen kann, sieht Negatives von anderer Seite betrachtet gar nicht mehr so negativ aus, dann kann ins Dunkel Licht kommen.

Lydia Freudl, GdG-Rat

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