Werkzeug in Gottes Hand

Als der heilige Franziskus von Assisi sich entschied, Gott in der Einfachheit zu suchen und dem Wohlstand den Rücken zu kehren, legte er seine vornehmen Gewänder ab und verließ die Stadt. Schon bald begegnete er einem Leprakranken am Straßenrand. Er ging vorbei, blieb dann stehen, machte kehrt und umarmte den kranken Mann. Dann setzte er seine Reise fort. Nach einigen Schritten drehte er sich noch einmal zu dem Leprakranken um, aber es war niemand mehr da. Für den Rest seines Lebens war er der Überzeugung, dass dieser Leprakranke Jesus Christus gewesen war.


Vielleicht hätten Sie auch gerne die Gelegenheit Jesus zu begegnen? Ihm zu sagen und zu beweisen wie lieb Sie ihn haben? Die Gelegenheit dazu haben Sie jeden Tag. Jesus ist überall und ständig um uns herum. Er wohnt mitten unter uns. Jesus hat in Matthäus 25,31-46 gesagt: „Ich war nackt, ihr habt mir Kleidung gegeben… Da will ich euch sagen. Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan!“ Jesus ist der Obdachlose, der am Straßenrand sitzt und friert. Die Gelegenheit der Begegnung mit Jesus kann Ihr Einsatz für die Not und Ungerechtigkeit in der Welt oder gegen die Zerstörung der Schöpfung sein. Doch es gibt auch die Not, die wir nicht immer mit den Augen sehen können, die aber fast jeder von uns schon erfahren hat. Gehen Sie zu den Traurigen, den Vergessenen, den seelisch Verletzten, den Unbeachteten und sozial Ausgegrenzten der Gesellschaft, sie alle möchten getröstet und ermutigt werden. So können Sie Gott begegnen. Begegnungen, die echte und tiefe Freude schaffen und Sie auch mit gewachsenem Selbstwertgefühl durchs Leben gehen lassen. Sie können dann zu Jesus sagen: „Herr, das habe ich für Dich getan, zu Deiner Ehre und für die Bewahrung Deiner Schöpfung.“

Mögen Sie mit Ihrer eigenen Liebesgeschichte mit Gott unter dem Lebensmotto „Werkzeug in Gottes Hand“ neue Erfahrungen machen und Freude an diesem Motto entdecken. Denn wir wissen alle aus eigener Erfahrung, dass wir den meisten Trost selber erfahren, wenn wir andere trösten und uns vom Leid des anderen berühren lassen.

Ich schließe meine Gedanken ab mit meinem morgendlichen Lieblingsgebet, welches vielleicht nicht vom heiligen Franziskus von Assisi stammt, aber dennoch zu seiner Lebenseinstellung (Motto) passt als wäre es von ihm:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens, dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt; dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt. Herr,
lass mich trachten, nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.
Amen!

Alles Gute und viel Segenregen
Ihre Lionelle Ulrich (GdG-Rat)

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