Mariä Lichtmess

Herr, die römischen Hyazinthen blühen in Schalen und die Wintersonne bewegt sich langsam über die schneebedeckten Anhöhen…
Mein Leben ist leicht, es wartet auf den Wind des Todes wie eine Feder auf meinem Handrücken.

Mit diesen Worten beginnt das Gebet, das Simeon in einem Gedicht von T.S. Eliot an Gott richtet, den er um Frieden bittet für sich selbst und für alle Menschen.
Dieser Simeon eilt zum Tempel, als er erfährt, dass Maria und Josef, wie es ihnen ihre Religion vorschreibt, ihren Sohn Jesus 40 Tage nach seiner Geburt dorthin bringen.

Voller Freude nimmt er das Kind in seine Arme und sagt:
„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ (Lk 2, 28-31)
Simeon schaut am Ende seines Lebens in die Zukunft. Er ist überzeugt, dass das, was kommen wird, gut sein wird für alle Menschen, für die ganze Welt. Er ist sich sicher, dass Jesus, wie dieser auch von sich selbst gesagt hat, das Licht der Welt ist.
Daran erinnert uns auch das Fest, das wir am 2.Februar feiern, das Fest der Darstellung des Herrn, oder, wie wir es früher nannten, Mariä Lichtmess. An diesem Tag werden in unseren Kirchen die Kerzen gesegnet, die in den Gottesdiensten des Jahres brennen werden, ein Brauch, den es schon über 1000 Jahre gibt. Denn das Licht der Kerze ist ein Symbol für Christus. Deshalb zünden wir im Gottesdienst und beim Gebet Kerzen an.
Was bedeutet Licht generell? Licht fällt auf. Es ist dazu da, überall gesehen zu werden. Es zeigt Gefahren und Hindernisse an, es ermöglicht uns, unsere Richtung zu ändern. Gott bringt Licht in unser Leben, schenkt uns Wärme und Geborgenheit. Er wendet sich den Menschen zu.
Und was bedeutet das für uns, die wir ja auch Licht sein sollen? Was strahlen wir aus? Können wir Helligkeit in das Dunkel der Welt bringen. Mutet uns da Jesus nicht zu viel zu?
Das glaube ich nicht. Wenn Jesus das Licht ist, das uns die Richtung weist, dann hilft er auch uns, Freude über seine Gegenwart auszustrahlen, damit andere Menschen unseren Glauben positiv wahrnehmen zu können.
Vertrauensvoll können wir uns, wenn uns unsere Aufgabe zu schwierig erscheint, an Jesus wenden und in einem Gebet sprechen:
Du Licht,
führe uns auch weiterhin durch unser Leben
als Kraftquell auf all unseren Wegen,
als Orientierung und Ziel.
Denn du bist uns Zukunft und Heil.

Margarete Schäpers

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