Autorenarchiv: Bruder Lukas

Abschied von Bruder Lukas Jünemann

Liebe Christinnen und Christen,

fast elf Jahre bin ich den Weg des Lebens mit Ihnen und Euch in Aachen-Nord gegangen. Gemeinsam haben wir versucht, Gottes Spuren in unserem Leben zu erkennen und seinen Auftrag zu erfüllen: in der Sorge um die Menschen, die der caritativen Zuwendung bedürfen; in Gesprächen über Gott und die Welt, um die Worte des Evangeliums neu zu öffnen; in Gottesdiensten den zu loben, der mit uns geht.

Es waren engagierte und erfüllte Jahre des miteinander Lebens und Glaubens. Dafür bin ich jedem einzelnen und allen gemeinsam von Herzen dankbar. Viele Zeichen und Worte, Vertrauen und Zuwendung, Nähe und Hilfe haben mich ermutigt, meinen Weg zu gehen. In der Geschichte dieser vergangenen Jahre waren wir miteinander in Gottes Nähe geborgen, und so kann ich das große Wort „Liebe“ darüber setzen. Und über die Zukunft auch. Ich bin Ihnen und Euch verbunden.

Ihr/Euer Br. Lukas Jünemann, Pfr. Lesen Sie mehr »

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„Lob der Lippen“ – Einladung zum Vespergebet

„Als das Urchristentum aus der jüdischen Tradition, dreimal am Tag zu beten, die Vorstufe des heutigen Stundengebets entwickelte, kam dabei dem Abendgebet wie schon dem Maariw der jüdischen Tradition eine wichtige Rolle zu. Den jüdischen Brauch, Psalmen zu beten, behielten die Christen bei und weiteten ihn aus. In Mönchsgemeinschaften werden die Psalmen bei den Gebetszeiten fortlaufend gelesen. Gemeindegottesdienstlich ausgerichtet werden die Psalmen anlassbezogen ausgewählt. Für die Vesper werden insbesondere Psalmen mit abendlichen Motiven gewählt. Ein weiteres Element des Abendgebets war das rituelle Entzünden des Lichts“ (Auszug aus Wikipedia)

Christen beteten von Anfang an mehrmals täglich, das berichtet schon die Apostelgeschichte (vgl. Apg 3,1. 10,9. 16,25).Das Zusammenkommen der Gemeinde zum Gebet mehrmals am Tag hielt sich vor allen in den Klöstern über die Jahrhunderte hinweg. In dieser Tradition will das Glockenläuten und das dazugehörige Gebet des „Angelus“ am Morgen, Mittag und Abend die Aufmerksamkeit zu Gott hin richten. Geblieben ist das sogenannte „Stundengebet“ als Heiligung der Zeit und Bitte um Gottes Segen bei den Klerikern und Ordenschristen. Vom Ursprung her ist die ganze Gemeinde zum „Lob der Lippen“ eingeladen.

Das gemeinsame Singen und Beten ist in unserer Pfarrei „Christus unser Bruder“ seit einigen Jahren fester und gut besuchter Bestandteil der Osterzeit. In dieser Festzeit der Kirche, von Ostersonntag bis Pfingstsonntag, singen wir die Psalmen und hören Gottes Wort. Die Friedenskapelle auf dem Haarberg ist dazu der passende Ort – geht doch der Blick über die Stadt hin und nimmt die in den Blick und das Gebet, mit denen wir zusammenleben.

So sind Sie auch in diesem Jahr wieder zur Feier des Abendlobes, der Vesper, in die Friedenskapelle auf dem Haarberg einladen. Wir singen sie an den Ostersonntagen jeweils um 17.00 Uhr.

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Ein gesegnetes Zeichen

„Haben Sie noch etwas Palm“, so höre ich manchmal am Montag oder auch am Dienstag in der Karwoche Menschen im Pfarrbüro nachfragen. Sie melden sich, weil sie aus irgendwelchen Gründen am Palmsonntag „nicht auf den grünen Zweig“ gekommen sind. Für viele Gläubige ist der gesegnete Zweig wichtig. Er wird hinter ein Kreuz oder ein Bild geklemmt oder in der Nähe der Haustüre angebracht. Im bäuerlichen Brauchtum wurde der Palm oft im Garten oder am Feldrand eingepflanzt, im Stall oder Getreidespeicher  ausgelegt. Ein Jahr lang ist er ein Erinnerungszeichen an das, was Christen als ihr höchstes Fest feiern, das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu. Lesen Sie mehr »

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„Alle Jahre wieder.“ Immer das alte Lied?

Jedes Jahr ist es dasselbe, das gleiche Lied. Schon Wochen vor Weihnachten dudelt es aus vielen Lautsprechern. Alle Jahre wieder: schon in der Adventszeit Weihnachtslieder, Weihnachtsessen, Weihnachtsfeiern. Als Fastfood-Gesellschaft können wir das Fest nicht mehr froh erwarten. Die Überraschungen sind vorweggenommen.

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Der Alltag hat uns wieder

Der Alltag hat uns wieder. Nach der Sommerphase sind die meisten Leute aus dem Urlaub zurück. Die Schule hat wieder begonnen. Die Arbeit läuft für die meisten wieder wie gewohnt. Das Wetter ist auch nicht dazu angetan, weiteren Sommergefühlen nachzuhängen. Der Alltag hat uns wieder.

Vielleicht damit auch all das, was uns vor der Unterbrechung beschäftigt hat. Die Sorgen etwa, unsere täglichen Begleiter, ob sie nun größer oder kleiner sind. Anliegen, Wünsche, Nöte. Ängste, um die Kinder, um die Enkel, um Beziehungen, um die Arbeit, vielleicht sogar um das schlimme Weltgeschehen in Israel, auf dem Gaza-Streifen, in Syrien oder den USA.

Flapsig in dem Lied des Jürgen von der Lippe vor 25 Jahren ausgedrückt: „Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da?“

Da treffe ich zufällig beim Blättern in der Bibel auf einen Rat des Apostels Paulus im Philipperbrief. „Sorgt euch um nichts.“ ( vgl. Phil. 4,6) Nimmt so ein Satz das nicht ernst, was uns täglich umtreibt? Doch Paulus weiß um uns Menschen und nimmt die Sorgen der Menschen in der griechischen Stadt Philippi ernst. Er will ihnen sagen, dass sie sich mit ihren Sorgen an Gott wenden können. Vor ihm können sie alles loswerden, indem sie paradoxerweise „die Bitten mit Dank vor Gott hintragen“ (vgl. Phil 4,6). Der Dank kann vielleicht dadurch entstehen, dass wir uns erinnern, dass im Laufe des Lebens schon vieles Gute auf uns zugekommen ist. Wenn wir auf das Gelungene und Geschenkte dankbar schauen, es Gott hinhalten, dann dürfen wir uns im Glauben von ihm gehalten und getragen wissen und vielleicht können dann die aktuellen Sorgen auch ge- und ertragen werden.

Wenn ich mein Leben ganz auf Christus beziehe, finde ich einen befreienden, inneren Frieden – trotz mancher Sorgen.
Das wünsche ich Ihnen und mir selbst.

Mit freundlichen Gruß
Ihr
Br. Lukas Jünemann, Pfr.

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