Autorenarchiv: Hedwig Rekers

Ein Bronzekreuz

kreuzFast 47 Jahre begleitet es mich schon, das kleine Bronzekreuz,das mir mein Heimatpastor zur Erstkommunion geschenkt hat. Damals war ich fünf Jahre alt und noch im Kindergarten; vielleicht sind aus diesem Grund meine Erinnerungen an dieses Fest nicht sehr „fromm“. An das Geschenk einer roten Handtasche zum Beispiel von meinem Onkel kann ich mich besser erinnern als an den Ablauf des Gottesdienstes. Aber das kleine Bronzekreuz hilft mir, die eigentliche Bedeutung dieses Festes „Erstkommunion“ und mein Dazu-Gehören nicht aus dem Blick zu verlieren.
„Mein Bronzekreuz“ zeigt Jesus Christus und im Kreis um ihn herum seine Freunde, versammelt um einen Tisch. Auf dem Tisch stehen Wein und Brot. Mehr nicht, aber auch nicht weniger – zwischen Alpha und Omega, Anfang und Ende.

Bei allem, was im Rahmen der Vorbereitung auf die Erstkommunion geschieht, sollten wir diese elementaren Zeichen nicht aus dem Blick verlieren: der Tisch, die Gaben von Brot und Wein, die Gemeinschaft der Versammelten und in ihrer Mitte Jesus Christus, der – so sieht es auf „meinem Kreuz“ aus – alles belebt, der dem Geschehen Sinn verleiht und die Versammelten zu einer echten Gemeinschaft werden lässt.

Dass die Kommunionkinder dies auf ihrem Lebensweg erfahren – und dazu kann das Fest der Erstkommunion nur ein Anfang sein – und wir mit ihnen, das wünsche ich uns.
Hedwig Rekers

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Wo Jesus Mensch wird…

Foto: Ulrich Merkel / pixelio.de

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Seit Sonntag brennt die erste Kerze am Adventskranz.

Es ist wieder soweit. Nachdem es in vielen Geschäften schon so weihnachtlich aussieht, dass man sich bis zum 25.12. wahrlich nicht mehr toppen kann, „darf“ ich endlich die Kerzen am Adventskranz anzünden – nach und nach – von Woche zu Woche – bis das Licht immer stärker wird.

Foto: FotoHiero / pixelio.de

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Andernorts sind schon länger alle Lampen an, so dass man fast geblendet ist. Es scheint, als gäbe es in dem, was ich da erlebe und zu beschreiben versuche, zwei Parallelwelten: den Advent, wie ich ihn gestalte und lebe auf der einen Seite, und das was „die Welt“, vor allem die Geschäfte daraus machen – auf der anderen Seite.

Manchmal drängt sich die Frage auf, wo Jesus wirklich geboren wird, wo das „eigentliche Fest“ gefeiert wird….

Und bei meiner Suche nach einer Antwort beschleicht mich die Ahnung, dass es neben den gerade beschriebenen zwei Welten möglicherweise noch eine weitere Parallelwelt oder eine weitere Wirklichkeit gibt.

Jesus wird Mensch – weder in der Vermarktung und dem Lichtermeer unserer Tage, noch in meinem Festhalten an schönen Bräuchen – , sondern zuallererst da, wo ich es wahrscheinlich nicht vermute: in Armut und Einfachheit, unbemerkt, im Alltag, oder auf den Fluchtwegen so vieler Menschen. Jesus wird Mensch, wo Menschen menschlich handeln und sich als Mit-Menschen erweisen.

Diese Menschlichkeit kann es auch im oft bescholtenen Weihnachtsrummel geben und auch dort, wo wir in lieb gewordenen Bräuchen uns anrühren lassen von Gottes umwerfender Idee: Einfach Mensch zu werden.

Hedwig Rekers

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Gottesdienste ohne Priester?

Bericht aus dem Innenleben eines Kurses zur Befähigung, Gottesdienste zu gestalten und zu leiten

Schon seit längerer Zeit haben sich das Pastoralteam und der GdG-Rat Gedanken gemacht, wie das gottesdienstliche Leben aufrecht erhalten werden kann, wenn – auch hier in der Pfarrei „Christus unser Bruder“ – die Zahl der Priester weiter abnimmt. Allen Beteiligten war wichtig, dass es auch in Zukunft Gottesdienste geben soll, zu denen die Gemeinde sich versammeln kann. Dabei liegt der Schwerpunkt der Wort-Gottes-Feiern bewusst darauf, sich im Hören auf Gottes Wort ansprechen zu lassen, dieses Wort zu verinnerlichen und daraus das eigene Leben zu gestalten.

Aus diesem Grund treffen sich seit Oktober letzten Jahres einige Männer und Frauen aus unserer Pfarrei in regelmäßigen Abständen um zu „lernen“, wie Wort-Gottes-Feiern gestaltet und geleitet werden. Ende April geht dieser Kurs zu Ende. Acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind bereit, sich für den Dienst beauftragen zu lassen. In einem Sonntagsgottesdienst am 3. Mai 2015 um 11.15 Uhr in St. Germanus wird Br. Lukas Jünemann diesen 8 Personen offiziell die Beauftragungsurkunde überreichen.  Lesen Sie mehr »

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Etwas Neues kommt zum Vorschein

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Foto: Hans / pixelio.de

In unserem Garten steht eine Buchenhecke, die ich sehr gern anschaue. Ihr Blätterkleid wechselt, je nach Jahreszeit. Es ist nicht immer grün, sondern zur Zeit gerade braun, gelb und grün gemischt. Die Blätter fallen irgendwann ab, wenn neues Grün kommt.

Einige Nachbarn wollten lieber eine Hecke aus Kirschlorbeer im Garten, denn die wird nicht braun – Immergrün eben.

Unsere  Buchenhecke erinnert mich an das Werden und Vergehen in der Natur, aber auch in meinem Leben. Es gibt Dinge, die vergehen, die ich lassen muss, die sich verändern, die „abfallen“ – und es gibt das neue Grün, die Neuaufbrüche, neue Menschen, denen ich begegne, neue Herausforderungen im Alltag, neue Färbungen in dem, was und wie ich etwas tue.

Und es gibt für mich als Christin die Zusage Gottes in seinem Wort:

„Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, merkt ihr es nicht?“ (Jesaja 43,19a)

Der November ist der Monat, in dem naturgemäß das Lassen und das Vergehen im Vordergrund stehen. Aber wir dürfen in uns die Hoffnung nähren, dass das Neue kommt… wie unter den braunen Blättern die Knospen…

Hedwig Rekers

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Pfingsten – Gott wirkt

Foto: birgitH/pixelio.de

Pfingsten „steht vor der Tür“, das Fest, das wir – im Gegensatz zu Weihnachten und Ostern – um seiner selbst willen feiern, oder eben auch nicht. Es gibt in der Regel keine Geschenke, keine allgemeinen Familientraditionen, keine Bräuche, die werbewirksam oder gewinnbringend vermarktet werden könnten.

In der Überlieferung der Bibel heißt es im Alten Testament beim Propheten Elija (1 Kön 19,11-13), dass Gott nicht im Sturm, sondern im sanften, leisen Säuseln vernehmbar ist.

Im Neuen Testament dagegen ist es dann der heftige Sturm und sind es die Feuerzungen (Apg 2,2-3), die an Pfingsten, am 50. Tag nach Ostern, den Menschen die Kraft und Nähe Gottes spüren lassen.

Sturm oder Stille,
Zungen von Feuer oder zartes Säuseln,
Kraft, die uns mitreißt oder Behutsamkeit, die uns herauslockt,
in beidem jeweils ist Gott zu finden.

Und wir, wir dürfen ernsthaft damit rechnen, dass Gott auch heute wirkt und deshalb die „Türen“ öffnen.

 

Hedwig Rekers (Gemeindereferentin)

Foto: birgitH/pixelio.de 
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