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Gedanken zum Erntedankfest

Foto: Hans Heindl/pfarrbriefservice.de

Im Buch Genesis gibt Gott den Menschen die feste Zusage: „Solange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (Gen 8,22)

Auch in diesem Jahr gab es die Aussaat und nun haben wir Erntezeit. Wenn wir die Wochenmärkte besuchen oder in die Supermärkte gehen, dann sind die Stände und Regale gut gefüllt mit herrlichem frischen Obst und Gemüse und all den anderen Dingen, die wir zum Leben brauchen. Nicht alles wuchs hier in Deutschland, so manche exotische Frucht ist für uns selbstverständlich geworden. Wir müssen nur zugreifen. Dafür danken wir.

Der Dank, den wir aussprechen, geht zuerst einmal an all die Produzenten der Nahrungsmittel hier in Deutschland und weltweit. Für manchen Bauer war dieses Jahr ein sehr schwieriges Jahr, denn der fehlende Regen und die enorme Hitze führten zu großen Ernteeinbußen, die manchmal existenz-bedrohend sind. Die Folgen des Klimawandels wurden uns ganz deutlich vor Augen geführt. Früher hätten solche Ernteausfälle zu einer Hungersnot geführt. Wir aber werden nicht nur satt: uns wird die Nahrung in Überfülle angeboten. Wir haben also allen Anlass, Gott zu danken.

Zunächst danken wir für unser tägliches Brot. Wir danken aber auch für alles, was für uns Nahrung ist, für alle Früchte der Natur, für die Menschen, mit denen wir gemeinsam auf dem Weg sind und die Anteil nehmen an unserem Leben.

Unser Danken führt uns aber auch zum Nachdenken darüber, dass nicht alle Menschen in der gleichen glücklichen Lage sind wie wir; dass für viele das tägliche Brot nicht selbstverständlich ist. Suchen wir nach Wegen, die eine Veränderung möglich machen.

Dann kann Gottes Zusage der Ernte für alle Menschen Wirklichkeit werden.

Margret Schäpers, St. Hubert

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Die Schutzengel für erwachsene Kinder

Foto: Uli Stoll Outdoor-Fotografie /parknplay/pixelio.de

„Leider haben unsere Kinder nicht den Lebens- und Glaubensweg gewählt, den wir ihnen vorgelebt haben. Aber beten, dass tun wir immer für sie“. – Das sagen mir oft ältere Mitchristen.

Auch in diesen Urlaubsmonaten beten viele Eltern inständig für ihre Kinder, die „unterwegs“ sind. Vielleicht passt dazu ein Gebet „An die Schutzengel unserer erwachsenen Kinder (von einem unbekannten Verfasser):

„Ich spreche zu den Engeln unserer Kinder:
Seid Ihr immer noch bei ihnen und habt ihre Wünsche in Euren Händen?
Wisst ihr etwas von ihrer kampferfüllten Einsamkeit?
Und wenn sie nun Euch und das Leben ablehnen, wendet Ihr Euch dann ab und weint, oder bleibt Ihr trotzdem bei ihnen?
Sie brauchen Euch, mehr noch als damals, als sie noch klein waren.
Sie brauchen Euch ganz dringend!
Denn diese Jahre sind die schwerste Zeit!
Alles muss eigenhändig geregelt werden, man muss sich freikämpfen, alles selbst verantworten und von Engeln will man nichts wissen.

Ihr Engel unserer erwachsenen Kinder!
Eine Mutter darf nicht länger eingreifen, aber Ihr dürft.
Ein Vater darf nicht länger Ratschläge erteilen, aber Eure Weisheit kommt von Gott.
Bleibt bei unseren erwachsenen Kindern, Ihr Engel!
Helft ihnen, im Gestrüpp zu wandern und den rechten Weg zu finden.
Führt sie nicht den leichtesten Weg, aber den schönsten – ihren eigenen Weg!“

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Zwischen Himmel und Erde

Erst noch irgendwie die Karwoche überstehen, dann kommt sie: die Auferstehung, die Erlösung von allem Leid, aller Trauer, allem Dunkel.

So geht es mir jedes Jahr wieder aufs Neue, obwohl ich doch weiß, wie es ausgehen wird. Dieses Gefühl zwischen Himmel und Erde – oder eher noch Erde und Himmel – ganz lebendig zu spüren erlebe ich in dieser Woche intensiver als sonst im Rest des Jahres.

Die Karwoche beginnt mit dem Halleluja beim Einzug in Jerusalem; es folgt das Geschenk des Abendmahls an die Jünger und alle nachfolgenden Christen, das Erleben des Verrats, die Verurteilung und zuletzt der Tod am Kreuz: Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt – so kann man es passender nicht sagen, und am Ende dieser Woche steht die Erlösung.

Der Tod ist nicht das Ende. Jesus verschafft uns eigentlich schon Gewissheit, als er noch am Kreuz zu dem Mitgekreuzigten sagt, als dieser ihn als Sohn Gottes erkannte: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein“.

Was für eine Zusage! Jesus stirbt den Kreuzestod, um uns den Weg zum himmlischen Paradies zu ebnen und um uns mitzunehmen.

Wenn wir ihn als Sohn Gottes erkennen und an seine Botschaft glauben, erleben wir mit ihm die Auferstehung und ein neues Leben. Mit der Auferstehung verschwinden Zweifel, Dunkelheit und Angst. Gott hält uns jederzeit den Himmel offen, wenn wir uns für ihn entscheiden. Ich stehe mit meinen Beinen fest auf der Erde und sehe den Himmel über mir.

Das österliche Erleben der Nachricht von der Auferstehung Jesu, das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf, das genau in diese Zeit fällt, lässt den Himmel spürbar ein Stück näher an mich herankommen und ich spüre den Perspektivenwechsel : von „zwischen Erde und Himmel“ zu „zwischen Himmel und Erde“!

Lydia Freudl
Mitglied im GdG-Rat

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Pfarrinfo Juni und Gottesdiensttermine

Die neue Pfarrinfo für den Juni ist da. Wie immer finden Sie die gedruckte Version der monatlichen Pfarrinfo in unseren Kirchen, Pfarrbüros und an vielen Orten des öffentlichen Lebens unseres Stadtteils. Lesen Sie mehr »

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Allerheiligen, Allerseelen: Glaube an Auferstehung im Wandel der Zeit

Foto: twinlili / pixelio.de

In der Vielgestaltigkeit einer dynamischen Welt, die sich stets wandelt und verändert, scheint es immer schwerer, eine Mitte und einen festen Haltepunkt zu finden. Nicht nur der Kosmos, das Universum, befindet sich in einem ständigen Veränderungsprozess, sondern auch der Mensch – und nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Der Aufbau und Abbau, das Werden und Vergehen unserer Körperzellen macht aus uns nach sieben Jahren quasi eine neue körperliche Struktur. Unser geistiges Mühen und Streben lässt uns jeden Tag neu werden, tiefer schauen und vollkommener leben. Ein Gatte sagt nach 55‐jähriger Ehe: Ich bin mit der gleichen Frau verheiratet, aber nicht mit derselben…

In der steten Veränderung sucht der Mensch nach einer Konstanten, einem Ankerpunkt des Unveränderlichen. Wenn nicht einmal die Erde der Mittelpunkt von irgendetwas ist, so möchte doch der Mensch, mit der Vorstellung von seinem unaufgebbaren Wert und seiner Unvergänglichkeit, eine bleibende Mitte finden und sich einen festen Haltepunkt setzen.

Auferstehung und Leben

Du fragst am End des Lebens,
wohin die Reise geht.
War alles nur vergebens,
da es im Wind verweht?
Dein Leben wird gewandelt
und nicht genommen dir.
Es wird total verwandelt
und ist nicht mehr wie hier.
Die Raupe fand ihr Ende.
Jetzt lebt der Schmetterling:
Wie herrlich diese Wende!
Ein Jubellied nur sing!

Heinrich Bücker

Möge Gott uns in unserer Suche, in unserem Begehren, zur Seite stehen und begleiten.

Ihr Pfarrer Pero Stanušić

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