Kategorien-Archiv: Geistreich

Die Schutzengel für erwachsene Kinder

Foto: Uli Stoll Outdoor-Fotografie /parknplay/pixelio.de

„Leider haben unsere Kinder nicht den Lebens- und Glaubensweg gewählt, den wir ihnen vorgelebt haben. Aber beten, dass tun wir immer für sie“. – Das sagen mir oft ältere Mitchristen.

Auch in diesen Urlaubsmonaten beten viele Eltern inständig für ihre Kinder, die „unterwegs“ sind. Vielleicht passt dazu ein Gebet „An die Schutzengel unserer erwachsenen Kinder (von einem unbekannten Verfasser):

„Ich spreche zu den Engeln unserer Kinder:
Seid Ihr immer noch bei ihnen und habt ihre Wünsche in Euren Händen?
Wisst ihr etwas von ihrer kampferfüllten Einsamkeit?
Und wenn sie nun Euch und das Leben ablehnen, wendet Ihr Euch dann ab und weint, oder bleibt Ihr trotzdem bei ihnen?
Sie brauchen Euch, mehr noch als damals, als sie noch klein waren.
Sie brauchen Euch ganz dringend!
Denn diese Jahre sind die schwerste Zeit!
Alles muss eigenhändig geregelt werden, man muss sich freikämpfen, alles selbst verantworten und von Engeln will man nichts wissen.

Ihr Engel unserer erwachsenen Kinder!
Eine Mutter darf nicht länger eingreifen, aber Ihr dürft.
Ein Vater darf nicht länger Ratschläge erteilen, aber Eure Weisheit kommt von Gott.
Bleibt bei unseren erwachsenen Kindern, Ihr Engel!
Helft ihnen, im Gestrüpp zu wandern und den rechten Weg zu finden.
Führt sie nicht den leichtesten Weg, aber den schönsten – ihren eigenen Weg!“

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Urlaub – Auszeit!

Foto: Eigenproduktion H. Hoberg

Wenn ich Juli höre, denke ich an schönes Wetter, Sommer, Urlaub und vieles mehr. Die Hälfte eines Jahres ist bereits vorbei, die zweite Hälfte beginnt, ein Monat der Wendezeit. Dieser Monat hat für viele Menschen eine große Bedeutung. Am 1. Juli feiern wir unser Pfarrfest von Christus unser Bruder gemeinsam mit dem Kindergarten St. Martin auf dessen Gelände an der Feldstraße, die Fußball-Weltmeisterschaft endet am 15. Juli und für viele Menschen beginnen an dem Wochenende die Sommerferien, die Urlaubszeit, die Reisezeit, die Ferienspiele.

Ich kenne viele Menschen, die auf diese Zeit hinleben, sie planen lange im Voraus den Urlaub und versuchen einige Projekte zuvor noch zu beenden, in der Vorfreude, nach dem Urlaub wieder frisch erholt neue Projekte zu starten. Doch manchmal vergessen wir uns zu erholen – wir haben im Vorfeld uns schon so viel vorgenommen, was wir alles erleben oder machen wollen, dass uns die Ferienzeit schon wieder fast zu verplant vorkommt. Wir brauchen aber diese Zeiten des Urlaubs, der freien Zeit, der Erholung des Tapetenwechsels zum Auftanken und Kraft schöpfen.

So wichtig der Sommerurlaub für uns ist brauchen wir auch immer wieder kleinere Auszeiten, Zeiten der Ruhe und Entschleunigung. In unserer Religion wird uns der Sonntag angeboten, wo wir uns Zeit für uns, den Mitmenschen und unsere Gottesbeziehung nehmen können. Diese Zeiten sind kostbar und sollten nicht mit Alltagsthemen überladen werden.
Ich wünsche uns erholsame Zeiten: während der Woche an den Sonntagen und besonders für den Urlaub in den Sommerferien. Zeit zum Auftanken und Zeit zum Innehalten.

Heike Hoberg, Gemeindereferentin

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Satt sein ist mehr. Brot ist lebendig.

Foto: Martha Gahbauer/ pfarrbriefservice

„Satt sein ist mehr“

Von Axel Kühner aus „Gute Minute – 365 Impulse zum Leben“.

Man erzählt von einem alten Bäcker, der ein ganz besonderes Brot hatte. „Sie sehen heute so bedrückt aus „, fragte der Bäcker einen Mann, der bei ihm Brot einkaufen wollte. „Ich habe Angst um mein Kind, es ist gestern verunglückt und liegt nun in der Unfallklinik.“

Der Bäcker nahm das Brot auf dem Ladentisch, brach zwei Stücke ab und gab eines davon dem Mann.“ Ich will an Sie und Ihr Kind denken.“ So etwas hatte der Mann noch nie erlebt, solch ein Brot noch nie gegessen. Beide aßen ihr Stück schweigend und dachten an das Kind im Krankenhaus und erflehten seine Besserung. Eine Frau kam in den Laden, um Brot zu kaufen. Der Bäcker brach noch einen Bissen ab, reichte ihn der Frau und sagte: „Essen Sie mit uns, sein Kind liegt schwerverletzt im Krankenhaus. Er soll wissen, dass wir seine Not teilen und mit ihm hoffen und beten.“ Und die Frau nahm das Stückchen Brot und aß es mit den beiden Männern.

Brot ist etwas Lebendiges und Stärkendes.

Wer es mit anderen teilt und gemeinsam isst, hat mehr davon: Lebenskraft und Lebensfreude, Lebenshoffnung und Lebenserfüllung.

Das besondere Brot ist die Liebe.

ausgewählt von Lionelle Ulrich, GdG-Rat

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„Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen“

Foto: Klicker/ pixelio.de

„Ich wünsche Dir, dass Dich das Feuer des Heiligen Geistes täglich neu mit Mut und Lebenslust, mit Kraft und Phantasie entzündet, dass Du aus einer unerschöpflichen Lebendigkeit heraus Deine Träume verwirklichen kannst, um ganz Du selbst zu sein, und dass sich Dein Leben darin sinnstiftend erfüllt.“

So lautet ein Text von Christa Spilling‐Nöker.

Ist das ein Glückwunsch, jemandem den Heiligen Geist zu wünschen?

Wer hat ihn schon gern in seiner Nähe?! Der Heilige Geist ist bei uns schlecht dran. Einerseits kennen wir ihn nicht – andererseits haben wir Angst vor ihm. Wir haben das Gespür für Gottes Geist in der Welt verloren, weil wir ihn mit dem Etikett „Heilig“ versehen haben: Damit gehört er in die Kirche – und stört uns nicht weiter.

Wenn wir sagen, der Heilige Geist sei der Geist des Friedens und der Freiheit, des Lebens, der Hoffnung und der Freude, der Phantasie und der Kraft, der Lebenslust und des Mutes – dann müssten eigentlich alle Menschen nichts mehr tun als diesen Geist herbeizusehnen. Aber die-ser Geist schenkt seine Gaben, wie und wo ER will – und nicht, wie wir wollen. Darum haben wir Angst. Denn wir wollen in unserer Lebensrechnung keine Unbekannten, wir wollen klare, überschaubare Posten, die wir dann zu unserer Lebenssumme zusammenzählen können. Nur keine Experimente. Die bringen unsern Alltag durcheinander.

Wir können den Heiligen Geist nur gebrauchen, wenn er theoretisch bleibt: im Katechismus, im Religionsbuch und auch beim Kreuz‐Zeichen. Aber bitte nicht im Leben. Der Heilige Geist will uns aber mitreißen – auf Gott hin. Er lässt uns nicht in Ruhe. Er bewegt, er schreckt auf, er experimentiert, er verunsichert.

Die Kraft dieses lebendigen Geistes Gottes wünsche ich Ihnen und mir nicht nur an diesem Pfingstfest, sondern jeden Tag neu.

Ihr Pfarrer Pero Stanušić

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Zwischen Himmel und Erde

Erst noch irgendwie die Karwoche überstehen, dann kommt sie: die Auferstehung, die Erlösung von allem Leid, aller Trauer, allem Dunkel.

So geht es mir jedes Jahr wieder aufs Neue, obwohl ich doch weiß, wie es ausgehen wird. Dieses Gefühl zwischen Himmel und Erde – oder eher noch Erde und Himmel – ganz lebendig zu spüren erlebe ich in dieser Woche intensiver als sonst im Rest des Jahres.

Die Karwoche beginnt mit dem Halleluja beim Einzug in Jerusalem; es folgt das Geschenk des Abendmahls an die Jünger und alle nachfolgenden Christen, das Erleben des Verrats, die Verurteilung und zuletzt der Tod am Kreuz: Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt – so kann man es passender nicht sagen, und am Ende dieser Woche steht die Erlösung.

Der Tod ist nicht das Ende. Jesus verschafft uns eigentlich schon Gewissheit, als er noch am Kreuz zu dem Mitgekreuzigten sagt, als dieser ihn als Sohn Gottes erkannte: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein“.

Was für eine Zusage! Jesus stirbt den Kreuzestod, um uns den Weg zum himmlischen Paradies zu ebnen und um uns mitzunehmen.

Wenn wir ihn als Sohn Gottes erkennen und an seine Botschaft glauben, erleben wir mit ihm die Auferstehung und ein neues Leben. Mit der Auferstehung verschwinden Zweifel, Dunkelheit und Angst. Gott hält uns jederzeit den Himmel offen, wenn wir uns für ihn entscheiden. Ich stehe mit meinen Beinen fest auf der Erde und sehe den Himmel über mir.

Das österliche Erleben der Nachricht von der Auferstehung Jesu, das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf, das genau in diese Zeit fällt, lässt den Himmel spürbar ein Stück näher an mich herankommen und ich spüre den Perspektivenwechsel : von „zwischen Erde und Himmel“ zu „zwischen Himmel und Erde“!

Lydia Freudl
Mitglied im GdG-Rat

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