Abschiedspredigt von Pater Ferney am 23. und 24. Januar in Christus unser Bruder

Lukas – Der Evangelist der Barmherzigkeit

Liebe Schwestern und Brüder!

Das letzte Konzil endete am 8. Dezember 1965; genau 50 Jahre später begann das „Jahr der Barmherzigkeit“. Die Lesungstexte von heute [Neh 8, 2-4a.5-6.8-10 – Lk 1, 1-4; 4, 14-21] passen ausgezeichnet zu diesem Thema. Mitten in der Unbarmherzigkeit unserer heutigen Kriegs- und Krisengebiete hat Papst Franziskus ein „Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen.

Passend dazu beginnt heute das Evangelium von Lukas mit der Einleitung und springt dann zur Predigt Jesu in seiner Heimatstadt Nazareth, wo er vom „Heute“ und vom „Gnadenjahr des Herrn“ spricht. Er selber ist die sicht- und hörbare Präsenz von Gottes schrankenloser Barmherzigkeit. Gott will das Heil aller Menschen, und zwar nicht durch Engel, sondern durch Menschen. Das ist die Mission aller Getauften für alle.

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Foto: Friedbert Simon / pfarrbriefservice.de

Das „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ findet in dem Zeitrahmen statt, in dem die Lesungen an den Sonntagen des Jahreskreises aus dem Lukasevangelium genommen werden. Der heilige Lukas wird auch der „Evangelist der Barmherzigkeit“ genannt. Der italienische Dichter und Philosoph Dante Alighieri definierte ihn als „Übermittler der Sanftmütigkeit Christi“.

Bekannt sind aus dem Lukasevangelium die Gleichnisse der Barmherzigkeit, wie etwa die Gleichnisse vom verlorenen Schaf und von der verlorenen Drachme sowie das Gleichnis vom barmherzigen Vater. Das Lukasevangelium kann ein guter Begleiter durch das Heilige Jahr sein, auf die Barmherzigkeit Gottes aufmerksam zu werden und sie tiefer zu verstehen.

Gerade erlebt die Kirche das Heilige Jahr der Barmherzigkeit, eine Zeit der Gnade, des Friedens, der Umkehr und der Freude, die alle einbezieht: Große und Kleine, Nahe und Ferne. Es gibt keine Grenzen oder Entfernungen, die die Barmherzigkeit des Vaters daran hindern können, uns zu erreichen und mitten unter uns gegenwärtig zu werden.

Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters. Jesus von Nazareth ist es, der durch seine Worte und Werke und durch sein ganzes Dasein die Barmherzigkeit Gottes offenbart.

Ich möchte diese Predigt mit einem Teil des „Gebet zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit“ vom Papst Franziskus beenden:

Herr Jesus Christus,
du hast uns gelehrt,
barmherzig zu sein wie der himmlische Vater,
und uns gesagt, wer dich sieht, sieht ihn.
Zeig uns dein Angesicht, und wir werden Heil finden.

Dein liebender Blick
befreite Zachäus und Matthäus
aus der Sklaverei des Geldes;
erlöste die Ehebrecherin und Maria Magdalena davon,
das Glück nur in einem Geschöpf zu suchen;
ließ Petrus nach seinem Verrat weinen,
und sicherte dem reumütigen Schächer das Paradies zu.

Lass uns dein Wort an die Samariterin so hören,
als sei es an uns persönlich gerichtet:
„Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht!“

Möge dieses „Gnadenjahr des Herrn“ eine wertvolle Gelegenheit sein, die Barmherzigkeit Gottes zu erfahren und uns selbst barmherziger zu werden. Amen.

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