Abschied von Monika Mann-Kirwan aus der Pfarrei Christus unser Bruder

Nach vielen Jahren sehr wertvoller Arbeit wird uns Frau Monika Mann-Kirwan (Gemeindereferentin) verlassen. In diesen Jahren hat sie das Leben in unserer Pfarrei bereichert und mit entwickelt. Besonders am Herzen lagen ihr dabei die sozialen Aspekte unserer Pfarre, die caritative Arbeit. Wir haben einen langjährigen „Weggefährten“ um ein paar Worte zur Verabschiedung gebeten.

Frau Mann-Kirwan wird am 22. Februar 2017 ab 16.00 Uhr in dem von ihr initiierten Ladencafé Tabitas, St. Martin, verabschiedet. Hier gibt es Gelegenheit für ein persönliches „Auf Wiedersehen“ und Dank.

Liebe Monika,
schon die Weisheit der hebräischen Bibel (vgl. Koh 3, -14) weiß, dass alles seine Zeit hat und im Vergehen und Ändern sich Neues zeigt. Puh – hoch gesprochen! Aber diese Bibelstelle fiel mir ein, als ich gebeten wurde, ein paar Zeilen zu Deiner Verabschiedung am 22. Februar zu schreiben. Da ja jetzt die Zeit zum Verlieren und Neuanfangen gekommen ist, ist es angebracht, auf die vergangenen Jahre Deiner Lebens- und Arbeitszeit in der Pfarrei Christus unser Bruder zu schauen.

Im Nachdenken erinnere ich mich an eine heiße Diskussion mit zwei anderen Pfarrern. Es ging um den Impuls von Papst Franziskus: „Geht an die Ränder“. Die Frage war: wo liegen die Ränder? Von welcher Mitte aus soll man/frau, sollen wir Christen uns aufmachen? Wer definiert Mitte und Rand? Mit nicht wenig Stolz erzählte ich von Deiner Arbeit in unserer Gemeinde. Im Laufe der Zeit, für alles gibt es eine Bestimmung, hast Du Dich ja immer weiter auf die Ränder zubewegt. In den ersten Jahren waren die klassischen Arbeitsfelder einer Gemeindereferentin  auch Dein Bereich: Schulgottesdienste, Begleitung der Kommunionkinder und der Katechetinnen, Firmvorbereitung, Unterricht, Gremienarbeit. Doch immer mehr gingst Du zu den Menschen, die Papst Franziskus und noch mehr dem Evangelium am Herzen liegen: die, die anders leben und versuchen, das ihre zu tun. Hier ist vor allem das etwas andere Café Tabitas zu nennen. Auch gegen Widerstände hast Du mit Zähigkeit und manchmal ärgerlicher Wut an dem Projekt festgehalten. So wurde ein Raum geschaffen, der vieles an Gesprächen, Feiern und vor allem Einzelfallhilfe ermöglichte. Von Tabitas aus bist Du dann mit Unterstützung des Pastoralteams und später auch der Gremien noch weiter gegangen. Du hast Dich, wie es Bischof Mussinghoff von seinem Personal wünschte, auf unkonventionelle Art und Weise in die Gesellschaft eingebracht. Du warst in Vielem eine Grenzgängerin. Im Aachener Norden hast Du in Workshops und Konferenzen die Stadtteilarbeit in Umbrüchen und Neuanfängen mitgestaltet und warst voller Ideen und Anregungen. In der schwierigen Zeit für die Gemeinde St. Elisabeth hast Du Fäden weitergesponnen. Das Projekt „Depot“ steht dafür. Leider ist es nicht mit Hilfe der Kirche zustande gekommen – aber das steht auf einem anderen Blatt und lag nicht an uns. Ich betrachte auch heute noch alle Überlegungen, Pläne, Gespräche, Sorgen und Arbeit für die Menschen nicht einfach als vergeblich. Nein, was da geschehen ist hatte vielleicht nicht so sehr mit der Mitte zu tun als vielmehr dem zitierten Rand. Daher war es ein Wachsen des Reiches Gottes. Mein Glaube sagt mir, das ja im Verborgenen weiterwächst, und Wachstum mehr denn je engagierte und kompetente Menschen wie Dich als Grenzgänger braucht.

Liebe Monika, das Pastoralteam, die Gremien und auch ich persönlich haben oft mit Dir um diese Wege gerungen, gesprochen, gekämpft. Es war nicht immer alles Friede und Freude – erst recht nicht Puderzucker mit Dir. Aber klar, offen, engagiert und andere motivierend! Dein Ja war ein Ja und Dein Nein ein Nein, so wie es Jesus wünscht. Es ging bei allem Suchen und Fragen, Hoffen und Leben um die Menschen, die Dir am und manchmal auch auf dem Herzen lagen. Es ging somit um Gottes Reich. Es ging um die Zeit, die Leben zeitigt. Dafür sind Dir, liebe Monika, viele Menschen dankbar. Es war spannend mit Dir und weit offen für den guten Geist.

Über der zukünftigen Zeit möge das stehen, was der alte Kohelet wünscht (Koh 9,7). Ich bin Dir verbunden.

Dein Br. Lukas

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