Zeit für Neues: Monika Mann-Kirwan verabschiedet sich

Foto: Helmut J. Salzer / pixelio.de

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auf und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre , neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebensruf an uns wir niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm‘ Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse)

Liebe Menschen in Christus unser Bruder: Was gibt es mehr zu sagen?

Diese Gedicht von Hermann Hesse trifft es ziemlich genau und gut, auch wenn es sicher schon oft in Abschiedssituationen bemüht wurde. Ich habe in den 19 Jahren meines Hierseins in Christus unser Bruder, in der Pastoralgemeinschaft Aachen-Nord, wie die Gemeinde zu Beginn meiner Tätigkeit noch hieß, viele Räume durchschritten, Wandlungen, Neuerungen, persönliches Wachstum, Weitergehen, Zurücklassen von Menschen, von Gebäuden mit ihnen gemeinsam gelebt und erlebt. Ganz zu Beginn, als Auszubildende mit zwei kleinen Kindern, dann als Berufsanfängerin noch sehr suchend, zweifelnd, unsicher und oft an Grenzen stoßend. Später dann immer sicherer im Erfüllen der unterschiedlichen katechetischen Aufgaben und in der Begleitung ihrer ehrenamtlichen Arbeit.

19 Jahre sind lang – zu lang, um Einzelheiten aufzuzählen. Ich habe es Ihnen und mir nie leicht gemacht. Immer wieder habe ich versucht, neue Wege zu finden und zu gehen, versucht aufzustören, vielleicht auch manchmal zu schnell zu viel verlangt. Aber mein ganzes Bemühen war immer von einer hohen Motivation und Engagement getragen für die Menschen an diesem Flecken Erde gutes, gemeinsames Leben zu ermöglichen, Verständnis für einander zu wecken und vor allem, den Blick über den Tellerrand, den inneren Kreis hinaus zu richten. Ich habe stets versucht zu verstehen und zu sehen, wo die Herausforderungen unserer Zeit und der Situation vor Ort liegen und diesen im Sinne von Jesus zu begegnen. Das ist und war sicher oft nicht bequem, weder für Sie noch für mich. Ich bin dankbar und froh, dass Sie sich immer wieder auf meine Ideen und Wege einlassen konnten und mich in meinem Wachsen, Werden und bei vielen Projekten und Ideen unterstützt haben. Danke für alles.

Nun ist die Zeit für mich gekommen, die letzten zehn Jahre meines Berufslebens noch einmal andere Räume, Menschen, Gegebenheiten kennen zu lernen und hoffentlich auch dort Neues lernen und bewegen zu können. Ich hoffe dort auf so aufgeschlossene und geduldige Menschen treffen zu dürfen wie ich sie in Christus unser Bruder in Ihnen gefunden habe.

Ich wünsche Euch/ Ihnen nur das Allerbeste.

Adieda
Eure/ Ihre Monika Mann-Kirwan

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