Mit meinem Gott überspringe ich Mauern / Geistreich im Februar

Foto Edu Lauton / unsplash

Mit meinem Gott überspringe ich Mauern (Psalm 18,30)
Dieser Satz begegnete mir in den letzten Wochen häufig auf dem Weg in ein Seniorenheim, wo ich regelmäßig Besuche mache. Der Vers soll Mut machen in einer Zeit, wo viele Menschen Angst haben, Angst vor dem neuartigen Virus, Angst vor Existenzverlust und auch die Angst vor Einsamkeit.

Der erste Monat des Neuen Jahres ist bereits vorbei, ein Jahr, das viele Menschen in Unsicherheit zurückgelassen hat. Und wir sind immer noch in dieser unsicheren Zeit gefangen. Die Corona Pandemie ist noch nicht überstanden. Wir sollen Kontakte vermeiden, Kontakte gehören aber zu unserem Leben dazu, sie sind wichtig.
Es werden neue Wege ausprobiert, vieles wird auf die digitale Ebene geschoben, manches funktioniert auch gut dort, doch die persönlichen Begegnungen können nicht ersetzt werden. Da kommt mir wieder der Vers aus dem Psalm in den Sinn. Der Beter, der dies vor mehreren tausend Jahren verfasst hat, hatte eine Gewissheit, dass Gott immer bei ihm ist und ihm Kraft gibt, die Zukunft zu gestalten. Ein ganz starker Glaube, ein großes Vertrauen auf Gott steckt in diesem kurzen Vers. Kann dieses Vertrauen auf Gott uns vielleicht auch helfen die gegenwärtige Situation zu verändern? In den Wochen, wo wir keine gemeinsamen Gottesdienste feiern konnten, haben viele Menschen die Gemeinschaft beim Beten vermisst. Sie haben zu Hause jeder für sich die Beziehung zu Gott gepflegt, das hat sicherlich auch viel Kraft gegeben, aber die Gemeinschaft hat gefehlt. Denn auch die Gemeinschaft kann uns helfen, zum Beispiel die Mauer der Einsamkeit zu überspringen. Wir spüren dann, dass wir nicht alleine sind, auch wenn wir immer noch auf Abstand sein müssen.
Der Beter in dem Psalm spricht vom Überspringen der Mauern, nicht vom Abreißen. Ich verstehe es so, dass Gott uns nicht die Probleme wegnehmen aus dem Weg räumen wird, sondern uns helfen kann, mit den Problemen umzugehen, sie vielleicht kleiner erscheinen zu lassen. So sehe ich auch die derzeitige Pandemie. Wir werden den Virus wohl nicht vernichten können, aber wir können lernen, mit ihm zu leben und möglichst das Beste aus der Situation zu machen.
Ich wünsche uns allen das Vertrauen auf Gott, ähnlich, wie es der Beter des Psalms gehabt hat, wir sind nicht alleine, Gott ist immer für uns da, auch wenn wir ihn oft nicht spüren und uns alleine fühlen, so glaube ich doch daran, dass er uns nicht alleine lässt, dass er immer bei uns ist und uns helfen kann Mauern zu überspringen, wenn wir es zulassen und wollen. Dies können und sollten wir uns immer wieder gegenseitig sagen und zeigen.
Mit meinem Gott überspringe ich Mauern!!

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