Tag-Archiv: Fastenzeit

Zwischen Himmel und Erde

Erst noch irgendwie die Karwoche überstehen, dann kommt sie: die Auferstehung, die Erlösung von allem Leid, aller Trauer, allem Dunkel.

So geht es mir jedes Jahr wieder aufs Neue, obwohl ich doch weiß, wie es ausgehen wird. Dieses Gefühl zwischen Himmel und Erde – oder eher noch Erde und Himmel – ganz lebendig zu spüren erlebe ich in dieser Woche intensiver als sonst im Rest des Jahres.

Die Karwoche beginnt mit dem Halleluja beim Einzug in Jerusalem; es folgt das Geschenk des Abendmahls an die Jünger und alle nachfolgenden Christen, das Erleben des Verrats, die Verurteilung und zuletzt der Tod am Kreuz: Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt – so kann man es passender nicht sagen, und am Ende dieser Woche steht die Erlösung.

Der Tod ist nicht das Ende. Jesus verschafft uns eigentlich schon Gewissheit, als er noch am Kreuz zu dem Mitgekreuzigten sagt, als dieser ihn als Sohn Gottes erkannte: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein“.

Was für eine Zusage! Jesus stirbt den Kreuzestod, um uns den Weg zum himmlischen Paradies zu ebnen und um uns mitzunehmen.

Wenn wir ihn als Sohn Gottes erkennen und an seine Botschaft glauben, erleben wir mit ihm die Auferstehung und ein neues Leben. Mit der Auferstehung verschwinden Zweifel, Dunkelheit und Angst. Gott hält uns jederzeit den Himmel offen, wenn wir uns für ihn entscheiden. Ich stehe mit meinen Beinen fest auf der Erde und sehe den Himmel über mir.

Das österliche Erleben der Nachricht von der Auferstehung Jesu, das Erwachen der Natur aus dem Winterschlaf, das genau in diese Zeit fällt, lässt den Himmel spürbar ein Stück näher an mich herankommen und ich spüre den Perspektivenwechsel : von „zwischen Erde und Himmel“ zu „zwischen Himmel und Erde“!

Lydia Freudl
Mitglied im GdG-Rat

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Dünger für unseren Glauben

„Im Märzen der Bauer die Rösslein einspannt…“ so lautet die erste Zeile eines bekannten Volksliedes. Im März verabschieden wir uns von der kalten und dunklen Jahreszeit und be-grüßen das Frühjahr, das neue Leben. Dieses neue Leben braucht Vorbereitung, damit es gedeihen kann. Der Bauer muss die Scholle bearbeiten, Erde umwerfen, Steine und Hinder-nisse entfernen, Düngen und Samen säen – und wir?

Wir sind auch in einer Vorbereitungszeit, der Fastenzeit. Wir sind dabei unseren Boden, unser Inneres zu bearbeiten, damit neues Leben an Ostern kommen und wachsen kann. Wir können diese Zeit nutzen, um in unserem Leben zu schauen, was es für Steine gibt, die wir bearbeiten und entfernen können. Wir können vielleicht Steine des Streits, der Missgunst, des Zorns oder der Lüge finden, die unser Inneres, unseren Boden verunreinigen.

Jesus gibt uns da einen klaren Weg, den Weg der Versöhnung, den Weg der Umkehr, den Weg aufeinander zu. „Kehre um und glaube an das Evangelium“ so wurden wir am Aschermittwoch an den vor uns liegenden Weg erinnert. Umkehr, Einkehr, Innehalten, Besinnen, damit wir uns neu an Jesus, an seiner Frohen Botschaft, orientieren können.

Doch wenn wir an den Bauern denken, er muss nicht nur Steine und Hindernisse entfernen, er muss den Boden auch Düngen für die neue Saat. Auch unser Inneres braucht Dünger, unser Glaube braucht Nahrung. Nutzen wir die Zeit der Vorbereitung auf Ostern auch zum Düngen, im Gespräch miteinander über Gottes Wort, im Besuch kranker oder einsamer Menschen.

Da fällt mir das Wort des Bischofs ein: „Heute bei dir“. Auch er möchte uns aufrufen, dass wir uns auf den Weg zueinander machen. Suchen wir die Begegnung miteinander, die Gemein-schaft, den Austausch, damit wir uns gegenseitig stärken und aufbauen können, so dass wir Dünger für unser Inneres erhalten und einander geben können. Dann fällt Gottes Wort auf fruchtbaren Boden, dann kann Ostern, Auferstehung mitten im Leben stattfinden.

Ich wünsche uns allen einen gut vorbereiteten Boden und ein frohes und gesegnetes Osterfest

Ihre Heike Hoberg, Gemeindereferentin

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Heute schon die Welt verändert?

Armut und Zerstörung der Umwelt gehören zu den großen Problemen unserer Zeit. Dies darf uns nicht gleichgültig lassen, denn sonst würden wir Gottes Plan für die Schöpfung und die Würde des Menschen ver-neinen. Papst Franziskus schreibt in seiner Enzyklika „Laudato si“, dass „die ganze Menschheitsfamilie bei der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung“ einbezogen werden soll.

Daher stellt uns MISEREOR mit der diesjährigen Fastenaktion vor die Frage: “Heute schon die Welt verändert?“ Denn niemand kann bezweifeln, dass die Welt Veränderung braucht, eine Veränderung die zu einem guten Leben für alle Menschen führt.

Die Fastenaktion wird gemeinsam mit der Kirche in Indien gestaltet. Dort setzen sich die Partner von MISEREOR für ein gutes Leben der Menschen am Rande der Gesellschaft ein. Auf dem Land suchen sie mit der Dorfbevölkerung nach Lösungen für die regelmäßige Versorgung mit sauberem Wasser. In den Armenvierteln der Städte tragen sie mit Bildungsangeboten für Kinder und Frauen und durch die Stärkung der Rechte von Arbeitern und Handwerkern zu einem menschenwürdigen Leben bei.

Der Arbeitskreis Eine Welt lädt herzlich zu den Gottesdiensten am 5.Fastensonntag (18.03.) ein. Dort werden die Projekte in Indien ebenso im Blick stehen wie die Frage, wie wir persönlich zu einem guten Leben für alle beitragen können.

Im Anschluss an die Gottesdienste in St. Hubert und St. Germanus lädt der Arbeitskreis ein zu einem COFFEE STOP. Kommen Sie mit uns ins Gespräch und trinken Sie mit uns eine Tasse Kaffee gegen Armut und Ungerechtigkeit. Gleichzeitig können Sie wieder fair gehandelte Waren erwerben.

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„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“…

Foto: Martin Manigatterer/ pfarrbriefservice.de

… heißt es in einem Karnevalslied. Und die Asche scheint irgendwie dazu zu passen. Die Ausgelassen-heit, der Rausch und die Sinnenhaftigkeit der Karne-valszeit sind beendet, ab jetzt ist Ernst angesagt.

Doch der Aschermittwoch ist keineswegs nur das Ende des Karnevals; mit diesem Tag beginnt viel-mehr etwas Neues – ja sogar etwas Frohes: „Jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade“, hören wir in der Hl. Schrift. „Mach mich wieder froh mit deinem Heil“, singen wir in einem Psalm. Und Jesus rät uns, kein finsteres und trübseliges Gesicht zu machen, wenn wir fasten. Nein, die vor uns liegenden Wochen sind eine Zeit, die uns frei und froh machen, in denen wir auf Gottes Wegen gehen wollen.

Der Mensch lebt in Beziehung – zu anderen Menschen, zu sich selbst, zu Gott. Wer sich auf den Weg der Umkehr begibt, zu der uns Jesus aufruft, wenn er sagt: Kehrt um, das Himmelreich ist nahe, der muss auf alle drei genannten Beziehungsebenen schauen. Wir bedürfen immer wieder des Blicks auf andere Menschen und auf unsere Beziehung zu ihnen. Jesu große Botschaft ist die der Barmherzigkeit Gottes. Und so sollen wir auch anderen Menschen gegenüber barmherzig sein – ohne es aber vor uns herzutragen.

Die lebendige Beziehung zu Gott kommt vor allem im Gebet zum Ausdruck – ja gerade dann, wenn wir allein sind, im „stillen Kämmerlein“. Das Gebet, das aus dem Inneren des Menschen kommt, drückt seine Beziehung zu Gott aus. Pflegen wir es, nicht nur in den nächsten Wochen.

Und auch zu sich selbst soll der Mensch in neue Beziehung treten. Das Fasten zeigt, dass es auch um den ganzen Menschen geht, mit Seele und Leib. Die Fastenzeit will unsere Beziehung zu Gott revidieren und stärken. Und die zu uns selbst und zu unseren Mitmenschen.

In diesem Sinne uns allen eine frei und froh machende Fastenzeit.

Ihr Pfarrer Pero Stanusic

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„In der Arche um Acht“: Fischessen am Aschermittwoch

Foto: Eigenproduktion Tabgha 2013

Am Aschermittwoch, 14. Februar 2018, veranstal-ten die Messdiener wieder das mittlerweile traditio-nelle Fischessen. Der gemeinsame Einstieg in die Fastenzeit findet nach der Hl. Messe in St. Hubert um 19:00 Uhr gegen 20.00 Uhr statt. Auch wer keinen Fisch mag wird satt werden.

Der Spendenerlös unterstützt wieder jeweils zur Hälfte die Messdienerarbeit sowie dem Arbeitskreis „Neue Nachbarn“.

Anmeldungen bitte über das Pfarrbüro Tel. 4136050 oder mit einer kurzen Mail an die Messdiener an messdienercub {at} gmail(.)com.

Die Messdiener freuen sich auf rege Teilnahme!

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